Baur

Tomita Kumasaku

Tomita Kumasaku (1872–1953), Sohn eines Sake-Brauereibesitzers aus der Präfektur Hyôgo, wurde 1897 vom japanischen Handelshaus, bei dem er angestellt war, nach England geschickt. Obwohl er keine direkte Verbindung zur antiken Kunst hatte, wurde Tomita 1903 von Yamanaka & Co, einer berühmten Kunsthandelsfirma aus Osaka, für ihre Londoner Filiale eingestellt, die er später bis 1922 leitete, als er nach Japan zurückkehrte und sich in Kyôto niederliess.

Während dieser Jahre bei Yamanaka & Co. 山中 hinterliess Tomita greifbare Spuren seiner Tätigkeit. Er war einer der Kuratoren der grossen Ausstellung japanischer Kunst, die 1915 vom englischen Roten Kreuz organisiert wurde, und arbeitete als Mitverfasser des Katalogs. Höchstwahrscheinlich war er am Aufbau der grossen Sammlungen orientalischer Keramik im London des frühen 20. Jahrhunderts und am wachsenden Interesse an diesem Kunstbereich beteiligt, das 1921 durch die Gründung der Oriental Ceramic Society in London verstärkt wurde.

Auf Wunsch des englischen Händlers T. B. Blow, der zu dieser Zeit Alfred Baur bei seiner Sammlung orientalischer Kunst beriet, lernte Tomita Kumasaku das Ehepaar Baur 1924 auf ihrer Reise nach Japan kennen, um sie bei der Entdeckung seines Landes zu begleiten. Von dieser ersten Begegnung an wuchs das Vertrauen zwischen den beiden Männern stetig, und gemeinsam bauten sie die Sammlungen auf, wie wir sie heute kennen.